Ha, hab ich euch mit dieser Überschrift ins Bockshorn gejagt? Nein, in diesem Beitrag kommt kein Schreihals aus Österreich vor, tatsächlich geht es um den Schreihals in meinem Bauch. Er heißt ebenfalls Adolf, hat mit dem aus Film und Funk bekannten Verführer aber nichts zu tun. Er ist nämlich keine Nazi-Sau, sondern eine Fettsau, eine verfressene, dumme, dreiste, kleine, beschissene Fettsau, die ausgemerzt (ja, ich weiß) gehört. Geschmacklos? Gut, denn darum soll’s im Folgenden auch gehen, nämlich darum, wie ich den Geschmack an mir selbst verlor – und wieder gewann.
Eigentlich wollte ich nie über meinen Magenadolf bloggen, zu persönlich und so, aber wenn ich mir so einige Einträge hier anschaue, ist der Zug in dieser Hinsicht ohnehin längst abgefahren. Ich mache das auch nicht, um irgendwie anzugeben, sondern um mir selber Mut zu machen. Ich habe nämlich einen so genannten Milestone erreicht. Eigentlich sollte mir diese Tatsache allein schon genug Mut machen. Ich habe auf meiner Reise allerdings gemerkt, dass ich …
Simon, worum geht’s hier eigentlich, was willst Du uns sagen?
Ich erinnere mich an einen bestimmten Tag im August 2008. 2008 war ohnehin ein beschissenes Jahr im Großen und Ganzen. Ich bin jeden Tag von Würzburg nach Fürth zur Arbeit gependelt, musste um halb acht Uhr aus dem Haus und war um halb zehn wieder daheim. Privatleben war quasi nicht vorhanden, und ich möchte an dieser Stelle ganz lieb meine Ex-Freundin grüßen, bei der es mir ein Rätsel ist, warum sie mich nicht schon damals vor die Tür gesetzt hat.
Jedenfalls, da war dieser Tag im August 2008. Für irgendeine Leser-Aktion wurde ein Foto von mir angefertigt. Es geht um dieses Meisterwerk der Fotokunst:
Als ich dieses Bild auf den Tisch bekommen hatte, war es so, als wenn die Posaunen von Jericho in meinem Kopf ertönten und ich mir ausmalte, wie ich (nackt natürlich, von Millionen Augen beobachtet in meiner ganzen damaligen Pracht), vor den Herrn trete, und er ansetzt, mich zu fragen, was ich denn so alles in meinem Leben bereue und ich ebenfalls ansetze, ihm zu sagen, dass mir auf Teufel komm raus (wäre das nicht lustig, mit einem diabolischen Vergleich im Angesicht des Herrn zu kommen) nichts Dramatisches einfiele, er dann aber sagt: „Ach komm, wir lassen das, der ist mir zu fett. Aus den Augen!“, und ich von Dannen trotte, dem ewigen Fegefeuer entgegen, und der Herr mir hinterher blickt, sagt und spricht: „Boah, schafft endlich diesen Schwabbelarsch hier weg! Ich halte es ja nicht mehr aus“, mir Engel mit Harfenseiten in den Hintern pieksen, während die neunzehn Wächter der Hölle sich vor dem Tor zum Fegefeuer aufbauen und mir entgegnen: „Nein, wir wollen Dich hier auch nicht haben, der Aufzug trägt Dich leider nicht“ und ich mich frage, ob ich auf ewig in der Zwischenwelt bleiben müsse, da man hier ja nicht essen muss – und somit auch nicht abnehmen kann. Wer einen oder mehrere Tempus-Fehler in dem Satz findet, darf sie behalten.
Mit anderen Worten: Ich erschrak vor mir selbst. Ich war nie ein Hungerhaken, aber immer recht sportlich. Doch irgendwann Mitte 20 hatte ich die Kontrolle verloren. Auch an dieser Stelle einen lieben Gruß an die Ex-Freundin, die das irgendwie ertragen hatte. Ich machte keinen Sport mehr, aß und trank viel zu gut und sammelte in meiner Freizeit Kilos wie andere Pokémon-Kärtchen. Ich duzte die Mitarbeiter des McDonald’s in Geiselwind. Ich bin 1,76 Meter groß und hatte im August 2008 einen BMI von 42. Sprich, ich wog 130 Kilogramm, mein absolutes Spitzengewicht.
Die Dicken wissen, wie das ist. Du schwitzt wie ein Schwein, die Hose reibt unangenehm an deinen viel zu fetten Schenkeln, Du musst teuflisch aufpassen, dass du nicht anfängst zu stinken. Du bist sofort außer Atem, wenn es mal um Anstrengungen geht. Deine Schienbeine und Knie tun dir weh. Gar nicht erst anfangen will ich damit, wie Liebe machen war für so ein Schwergewicht wie mich. Dieser extra Nervenkitzel, dass man die Person seiner Begierde im Eifer des Gefechts nicht versehentlich plattwalzt wie ein Elefant eine Spinne im Gras, ist jetzt auch nicht gerade stimulierend.
An diesem Tag legte ich fest, dass sich dringend was ändern musste. Jetzt ist es fast vier Jahre später, wir schreiben Mai 2012. Diese Woche habe ich die 100-Kilo-Marke geknackt. Ich habe also in den vergangenen vier Jahren 30 Kilo verloren, habe Muskeln auf- und Fett abgebaut. Ich war schon mal vor zwei Jahren bei 105 Kilo, aber das Abnehmen an und für sich funktioniert nicht linear, zumindest nicht für mich. Es ist ein ständiges Auf-und-ab, ein Kampf, mein Kampf. Es ist eine Zeit, die Kraft kostet, aber viel Kraft gibt. Und eine Zeit, die mir beigebracht hat, dass du sämtliche Diäten in die Tonne kloppen kannst. Meine „Tour de fett“ werde ich anderweitig beschreiben, sonst wird das alles wieder zu episch. Oder ich mach’s wie diese ganzen Abzocker und bringe das Ganze als „Buch“ heraus, als PDF-Dokument, wo Du für 65 Euro meine Methode herausfinden kannst, zahlbar auch über PayPal. Oder auch nicht.
Ich möchte hier nur noch kurz darauf eingehen, wie sehr es sich für mich gelohnt hat, es durchzuziehen. Dieses Foto ist von heute (ich bin unfrisiert und gerade aus dem Bett gesprungen, aber scheiß doch drauf, es ist Sonntag!)
Dank mehr oder weniger regelmäßigem Sport hat sich meine komplette Körperhaltung verändert. Es dauert lange, bis ich außer Atem komme. Es sind wieder Gesichtszüge zu erkennen. Ich fühle mich kräftiger, motivierter, einfach insgesamt fitter. Ich kann wieder in einem Club tanzen, ohne Angst haben zu müssen, mit einer falschen Bewegung die komplette Tanzfläche leerzuräumen. Mein Selbstbewusstsein hat sich dramatisch gesteigert. Ich bin leistungsfähiger. Und, das wichtigste: Ich habe keine Manboobs – yay! Und was ich mit diesem Blog will ist nicht, hier verbal auf meinen großen Erfolg zu masturbieren – ich möchte mir Mut machen, es weiter durchzuziehen. Ich bin fast am Ziel – die letzten Meter pack ich jetzt auch noch. Tschakka!


Prologue gingen aus dem Zusammenschluss zweier Bands hervor. Carstens und meine Vorgängerband Junior‘s Problems brach wegen nicht zu überwindenden Differenzen mit dem Sänger (Oh! the drama) auseinander, während Low-Brow ihrerseits Stress mit dem Basser hatten. Also stieg Carsten bei Low-Brow ein und brachte mich gleich mit. Das durfte er dank Überzeugungsarbeit meines besten Freundes Eike, denn eigentlich hatten Büxe, Knallti und Bastian zunächst gar keinen Bock auf „so ‘nen schwulen Keyboarder“. Ich eigentlich auch nicht, ich spielte schon damals viel lieber Gitarre.
Was blieb, waren schlechte Einflüsse, die mit Hermi & Kollegen in unsere Band gekommen waren. Dinge, die uns davon abhielten, uns auf die Musik zu konzentrieren, die immer mehr zum Nebenschauplatz degradiert wurde. Das Interesse flachte ab, die Probetermine platzten immer häufiger. Einige von uns sahen es nicht mehr ein, so viel Zeit in eine Band zu investieren, die ohne klares Ziel vor sich hin torkelte, wo nicht mehr alle an einem Strang zogen. Es gab schließlich auch ein Leben nebenher, oder eine Freundin, die nicht den kompletten Samstagnachmittag auf den Freund verzichten möchte – und er nicht auf sie. Wir legten die Band auf Eis, nur um einige Monate später wieder – ohne Bassisten diesmal – zusammenzufinden. Wir arbeiteten an neuen Songs, doch der vorher so starke Drive fehlte. Wir waren nicht mehr mit dem Herzen dabei. Dann schlug eine weitere große Keule mit voller Wucht zu, nämlich das Studien- und Berufsleben, das uns immer mehr Zeit kostete. Prologue lösten sich offiziell nie auf. Aber im Frühjahr 2000 waren wir das letzte Mal alle zusammen auf einem Fleck.





Willkommen, Fremdling. Nach jahrelanger Pause und einem halbherzig versuchten, deswegen wohl gescheiterten Neuanfang auf Google+ ist dies hier mein aktueller Versuch, privat mal wieder längere Texte im Web zu veröffentlichen, über Themen, die mich bewegen. Zwar könnte ich das problemlos auch auf Facebook oder eben auf Google+ tun und damit wohl auch eine deutlich größere Leserschaft erreichen. Mein Problem: Ich neige zur Geschwätzigkeit und langen Texten, mit denen ich gern auch mal etwas in die Tiefe gehe. Manchmal versenke ich sie dabei mit einem lauten Plumps im Klo der Lesbarkeit. Egal, ob der Text am Ende gut ist oder nicht: Social networks wie Google+ oder Facebook sind für derlei Eskapaden einfach nicht geeignet, schließlich geht’s da ums Kontaktieren und um den Zeitvertreib nebenbei. Dafür sind mir meine Texte, die guten wie die schlechten, dann doch zu schade.